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Gewaltprävention heißt auch: Aus der Vergangenheit lernen

Ein Schülerworkshop am Berufskolleg St. Michael

ssw

Am Mittwoch bot sich 30 Schülern der 12. Jahrgangsstufe vom Berufskolleg St. Michael die Möglichkeit, sich der Schoah-Thematik einmal anders zu widmen. Zu Gast war nämlich Daniela Dadieu-Ebenbauer, die Tochter des jüdischen Ahlener Ehrenbürgers und Auschwitz-Überlebenden Imo Moszkowicz. Zu Anfang zeigte sie den Schülern ein Bild von den sogenannten „Stolpersteinen“ ihrer Vorfahren, die in der Klosterstraße zu finden sind. Das Stolpersteinprojekt soll auch heute noch an die Opfer der Naziherrschaft erinnern. Genau dasselbe Ziel verfolge sie mit ihrem Workshop auch, betonte Daniela Dadieu-Ebenbauer.

Daher berichtete sie den Schülern im ersten Teil des Workshops vom Leben ihres Vaters während des NS-Regimes und untermalte dieses durch ausdrucksstarke Bilder, die einen wirklich einmaligen und keinen gewöhnlichen Einblick in das Thema gaben. Die detailgetreue Schilderung anhand eines Einzelschicksaals hinterließ auch bei den Schülern einen bleibenden Eindruck. Der ein oder andere emotionale Moment blieb da nicht aus. So erklärte sie zum Beispiel, dass ihr Vater nur durch einige unerklärliche Zufälle das Konzentrationslager Auschwitz überhaupt lebend verlassen konnte und wie er sich als gekennzeichneter Jude fühlen musste.sws1Dieses Gefühl sollten die Schüler in einem Rollenspiel nachempfinden. Dafür bekam jeder Schüler/in eine bestimmte, aber nicht bekannte, Rolle zugeteilt (z.B. körperlich benachteiligt). Nun war es die Aufgabe der Schüler, sich im Raum zu bewegen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Anschließend wurden die Schüler dazu aufgefordert zu reflektieren, wie sie auf andere reagiert und sie sich selber bei Ablehnung durch andere gefühlt haben. Schubladendenken gab es nicht nur damals, sondern gibt es auch heute noch.

Im zweiten Teil des Workshops kam Daniela Dadieu-Ebenbauer auf ihre zwiespältige Abstammung zu sprechen. So waren ihr Vater und dessen Vater jüdischer Herkunft, ihr Großvater mütterlicherseits, Armin Dadieu, gehörte damals allerdings den Nationalsozialisten an. Das habe der Harmonie innerhalb Familie nicht geschadet, da er nicht fremdenfeindlich gewesen sei. Eine sicherlich einzigartige Familiengeschichte.ssw2

Abschließend machte Daniela Dadieu-Ebenbauer eine Zeitreise in die Gegenwart. Unter der Einbeziehung von Fragen wie „Was ist der Nährboden für Gewalt?“ und „Wie schnell wird jeder von uns zum Mitläufer?“ erläuterte sie die Symbolik der heutigen Neonazi-Szene anhand von Musik und Kleidung, mahnte die Schüler aber zugleich, nicht jeden in diese Schublade zu stecken.

Philipp Schneider

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